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Osborn, David: Jagdzeit (Open Season). Rezensiert von Hubertus Molln
[469]

Eiskalt und ruhig

Vor 35 Jahren gelang David Osborn der Bestseller Open Season, der ein Jahr später unter dem Titel Jagdzeit in der Übersetzung von Erica Fischer auf Deutsch erschien.

Von Hubertus Molln (2009-05-16)

Nachdem der Roman 1974 in den USA erschienen war, sorgte er schnell für Aufsehen und wurde ein Bestseller, der bald danach von Peter Collinson nach dem Drehbuch von Elizabeth Charles-Williams verfilmt wurde. Auf viele Leser und Kritiker wirkte das damals umfangreich besprochene Buch verstörend, bot es doch einen tiefen Einblick in des Menschen abgründigen Charakter. Den zu thematisieren, war damals in den USA noch weitgehend tabu, zumal man sich noch im Krieg in Vietnam befand.

 David Osborn hat mit Open Season auf derartige Befindlichkeiten keine Rücksicht genommen und schäbige, brutale, irrationale Seiten der Spezies Mensch gezeigt, indem er hinter die Fassade der amerikanischen Vorstadt-Mittelschicht blickt.

Hierzu bedient er sich dreier Enddreißiger - Ken, Greg und Art -, die seit gemeinsamen College-Jahren befreundet sind, zusammen in einer Einheit im Vietnam-Krieg dienten, Familien gründeten und beruflich Karriere machten. Es sind rücksichtslose psychopathische Mörder mit ausgeprägtem Alkohol- und Sexualtrieb.

Seit Jahren fahren sie jeden Spätherbst zum Jagen in die Wälder auf der nördlichen Halbinsel Michigans und entführen unterwegs dorthin immer ein junges Paar, mit dem sie sich so lange exzessiv vergnügen, bis sie ihm überdrüssig sind. Sie lassen es "eiskalt und ruhig" (Osborn) mit einem Vorsprung frei, um es dann zu jagen, ohne zu ahnen, dass auch sie diesmal gejagt werden.

"Was mich fasziniert, ist, dass man nie voraussagen kann, wie sie davonlaufen werden. Denkt nur an Marina. Wir dachten, sie würde vor Angst sterben, bevor sie noch den halben Weg zur Mühle zurückgelegt hatte, nicht wahr?", lässt der Autor Greg sagen.

Es sei einer der "spannendsten, schonungslosesten und härtesten Romane, die je aus Amerika zu uns kamen", heißt es im Klappentext der deutschen Ausgabe von 1975. Das lässt sich sogar heute noch unterschreiben, obwohl im Internet längst einschlägige Bilder und Videos auf entsprechenden Seiten zu finden sind, die animalische, psychoabnorme, sadistische, rohe oder demütigende Sexualpraktiken beinhalten.

Osborn, 1923 in New York geboren, befreite Teile seiner Leser und der amerikanischen Öffentlichkeit von der Illusion heimischer Idylle, indem er Ken, Greg und Art nicht nur rauhe Sprache verleiht, sondern sie auch als völlig unrechtsbewusst auftreten und handeln lässt.

Der in "alle Weltsprachen" (Klappentext) übersetzte und immer wieder aufgelegte Thriller der Extraklasse¹ ist so auch eine krasse Kritik an der Verrohung der Sitten in der amerikanischen Gesellschaft, aus der der zu Weltruhm gelangte Autor mit seiner Familie zeitig in ein schweizer Dorf entkam.

¹ Zuletzt wurde Jagdzeit 1995 vom dtv verlegt. Update (2012-12-17): Seit 2011 gibt es eine Neuauflage des Pendragon-Verlags.

© Hubertus Molln

© GeoWis (2009-05-16)

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